Kuba gehört zu den Ländern mit einer weltweit anerkannten Kultur und Kinogeschichte. Die kubanische Filmhochschule in Habana ist ein Beweis dafür. Viele berühmte Cineasten, Regisseure und Schauspieler aus aller Welt sind immer wieder Besucher und Ehrengäste der Hochschule.
Die Liebe der Kubaner zum Film ist ganz besonderer Art, der Kinobesuch Kult. Doch dem kulturellen Potential und der künstlerischen Leidenschaft wurde die Basis genommen: das Geld. Kubas finanzielle Probleme ergaben sich vor allem aus dem Wirtschaftsboykott der USA und dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die Probleme durchsetzen längst die verschiedenen Bereiche der kubanischen Gesellschaft.
Das finanzielle und das damit einhergehende humanitäre Desaster haben vor der Kunst nicht halt gemacht. Seit vielen Jahren schon werden Kino und Theater mit in den vernichtenden Sog gezogen. Ein Beispiel: In Holguin – der mit 700.000 Einwohnern drittgrößten Stadt Kubas – gibt es seit rund 18 Jahren kein Kino mehr, das funktioniert. Längst haben die überalterten sowjetischen Projektionsgeräte ihren Geist aufgegeben. Ersatzteile sind in Kuba nicht erhältlich. Sowieso wird dieser Gerätetypus in Russland nicht mehr hergestellt. Hinzu kommt, dass die stillgelegten Maschinen mittlerweile verrostet und auch deshalb unbrauchbar sind. Für neue Projektoren fehlt das Geld. Trotzdem gibt es noch einige alte Kinos, die nach wie vor täglich geöffnet sind. Der Anblick, der sich dort für einen neutralen Beobachter ergibt, ist aber mehr als traurig. Gezeigt werden Videofilme – nicht allerdings auf einer Großleinwand, wie es für ein Kino üblich wäre, sondern auf zwei antiquierten Fernsehgeräten. Der eine steht links, der andere rechts. Je 25 bis 30 Menschen sehen sich auf den beiden Seiten Filme mit Untertiteln an; in einem Kinosaal, der eigentlich 350 bis 400 Zuschauern Platz böte. Das Bild ist miserabel und der Ton noch schlechter.
Unser tragender Gedanke war, dass wir es gemeinsam schaffen können, diese bedrückende Situation zu ändern, zu verbessern. Deshalb haben wir den CubaCult Verein gegründet Wir glauben, dass sich Hilfsmaßnahmen nicht auf Geld, Nahrung, Kleidung und Medikamente beschränken dürfen. Wir denken vielmehr an all die kubanischen Kinder, Jugendlichen und junge Menschen bis 25, die noch nie in ihrem Leben ein echtes Kinobild gesehen und Kinoeffekte erlebt haben. Es ist klar, dass es selbst mit umfangreichen Spendengeldern nicht so schnell machbar sein wird, die Kinos mit 35mm-Projektionsgeräte auszustatten. Das ist eher ein langfristiger, zweiter Plan des Vereins. Plan Nummer eins beinhaltet eine einfachere, kostengünstigere Variante: nämlich die Kinos, in denen gerade Videos gezeigt werden, mit einen professionellen Beamer samt. Soundanlage zu bestücken.
Diese Apparaturen haben sich längst bewährt; aus Videofilmfestivals, großen Sportübertragungen, Konzerten und Konferenzen sind sie nicht mehr wegzudenken. Mit einer überschaubaren Summe lassen sich die Kinosäle wieder beleben. Mit einer Bilddiagonale von neun bis zwölf Metern kämen die kubanischen Zuschauer dem Kinoeffekt dann einen mächtigen Schritt näher. Helft mit, diesen Traum Realität werden zu lassen. Es muss ein Ende haben, dass so viele Kubaner nur vom Kino und der Magie seiner Bilder träumen dürfen.